Foto: Sauerland-Tourismus e.V.

Sauerland-Tourismus-Forum diskutiert Corona-Folgen

„Was müssen wir tun, um einer sensibilisierten Bevölkerung Sorgen und Ängste vor Ferien und Ausflügen in der Region zu nehmen und ihnen zu versichern: hier bei uns sind sie sicher?“, fragte Thomas Weber, Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus e.V. beim Sauerland-Tourismus-Forum. Beim gemischten Online- und Präsenzforum in der IHK Arnsberg diskutierten Vertreter aus Unternehmen und Organisationen.

Thomas Weber sieht neben den zwei aktuellen Herausforderungen, Corona und den Waldumbau, jede Menge Chancen für das Sauerland: „Nie war die Sehnsucht nach Natur so groß, die Lust am Draußen sein, die Entdeckerfreude. ‚Deutschlands inspirierende Outdoorregion‘ ist der richtige Slogan.“ Der Touristik-Chef hob zudem hervor, dass die Gästezahlen ab Mitte der Sommerferien stark gestiegen sind: „Wir haben auch Chancen, weil wir viele neue Gäste begrüßen können, die unsere Landschaft als Schatztruhe zum ersten Mal kennen lernen.“

Dr. Jürgen Fischbach, Marketingleiter des Sauerland Tourismus, stellte die aktuelle Marketing-Kampagne vor. Mit dem Hashtag #sauerlandcalling ist die Tourismusorganisation auf den Social-Media-Kanälen und Großflächen-Plakaten im Ruhrgebiet und Rheinland präsent. Der Erfolg in Zahlen: Die Zugriffe auf die Webseite sauerland.com sind um über 70 Prozent gestiegen, die Aufrufe der niederländischen Webseite haben sich sogar verdoppelt, die Prospektbestellungen verdreifacht und die Telefonanrufe verdoppelt. Die Sauerland-App wurde 40.000-mal abgerufen und die Zugriffe über QR-Codes auf Infotafeln sind um rund 70 Prozent gestiegen. Allerdings verzeichne das Buchungsportal noch ein Minus von fast 20 Prozent. Dies zeige, so Fischbach, dass noch nicht so viele Buchungen eingingen, wie in der Vergangenheit.

Aus der Praxis berichtete Ulrike Wieners, Geschäftsführerin der Börde Therme in Bad Sassendorf. Die Therme, nach umfangreichen Sanierungen im Dezember neu eröffnet, musste nach nur zehn Wochen Betrieb zehn Wochen schließen. Seitdem konnte Wieners Teilbereiche wiedereröffnen. „Die entscheidende Frage ist natürlich, was am Ende des Jahres dabei rauskommt“, betonte sie. Aktuell müssen sich viele Freizeitbetriebe mit Organisationsthemen befassen, berichtet sie, etwa der Einsatz von e-Tickets und die Kontrolle von Besucherströmen. Die Geschäftsführerin geht davon aus, dass ohne eine zweite Pandemiewelle die Besucherzahlen nur ganz langsam steigen werden. „Unser Ziel ist es, unsere Angebotsqualität heraus zu stellen. Die Entdeckung der nahen Umgebung als Erholungsziel wird dabei eine bedeutende Rolle spielen. Wir müssen den Gästen Sorgen nehmen und herausstellen, warum sie bei uns sicher sind“, erläuterte Wieners.

Corona und der Shutdown haben auch den Geschäftsreiseverkehr fast zum Erliegen gebracht. Thomas Frye, IHK-Geschäftsbereichsleiter, stellte darum die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung zum Geschäftsreiseverkehr vor. Wenig Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität noch in diesem Jahr besteht beim Besuch von Messen, Kongressen, Seminaren und ähnlichen Veranstaltungen. Bei einem Großteil der Betriebe wird die Reisetätigkeit im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit bei unter 50 Prozent liegen. Auch für 2021 sind viele Unternehmen pessimistisch. Allerdings prägen große Unsicherheiten über den weiteren Pandemie-Verlauf die Einschätzungen. Thomas Frye ist dennoch optimistisch: „Das persönliche Treffen, informeller Austausch, Teambuilding und ein attraktives Rahmenprogramm, all das braucht Präsenz vor Ort. Geschäftsreisen werden daher auch weiterhin notwendig bleiben.“


Eine Aufzeichnung des Tourismusforums wird im Anschluss auf dem Youtube-Kanal abrufbar sein: www.sauerland-partner.info.


Stephan Britten
Dipl.-Ing.
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